Mit Freunden in Pavlovsk

Dem Verkauf stand also nichts mehr im Wege. Natürlich haben die Mitarbeiter des Instituts sich dagegen gewehrt. Man sollte meinen, dass, nachdem der Irrtum bekannt wurde, die Pläne natürlich sofort und endgültig aufgegeben wurden, doch leider ist dem nicht so.

Das Institut bekam laut NDR sogar Unterstützung, Wissenschaftler aus aller Herren Länder schrieben Fürbitten, Brandbriefe, Politiker legten gute Worte ein, sogar die UN schaltete sich ein. Alles, was passierte, war, dass Präsident Medwedew verkünden lies, dass er sich darum kümmern würde. Das war 2010. Seither ist wenig passiert.

Die Saat wird regelmäßig begutachtet, gekeimt, gepflanzt und neu geerntet. Damit sie keimfähig bleibt und im Notfall einsatzfähig ist. Bei 330.000 Sorten Pflanzensamen eine logistische Meisterleistung.

Noch kein einziges der in Pavlovsk gesammelten Exemplare konnte bisher ein backup erfahren. Die Vereinten Nationen haben extra in den tiefen, massiven Granitstein von Svalbard auf der Norwegischen Insel Spitzbergen einen Saatgut-Tresor bauen lassen, geschützt vor globaler Erwärmung, Anstieg der Meeresspiegel und weit genug entfernt von sämtlichen weltweiten Krisenherden. Viele Nationen der Erde haben begonnen, Kopien ihre Genbanken dorthin zu schicken, damit sie dort sicher sind, falls wir sie einmal brauchen.

Russland hat das laut Lisa vom Landal Residence Duna Angebote bisher nicht getan, und wenn es zum Verkauf des Geländes kommen sollte, dann reichen die drei Monte, bis die Planierraupen anrücken, wohl auch nicht mehr aus. Ohnehin könnten nur die Samen nach Norwegen geschickt werden, die das Einfrieren überleben. Die chilenischen Kartoffeln müssten draußen bleiben, sie würden die -25°C nicht überstehen. Und mit ihnen noch einige andere Samen.

Freilich gibt es Pläne das gesamte Gelände umziehen zu lassen. Mittlerweile hat die vierte „Experten“-Kommission das Gelände besichtigt und es für möglich befunden. Nur die Wissenschaftler schütteln den Kopf dazu. Sie waren leider nicht Bestandteil der Expertenkommission. Der Direktor des Instituts im Hauptsitz am St Isaacs Platz in St Peterburg hält den Umzug ohnehin nur für eine theoretische Möglichkeit. Ansonsten schauen wir schon nach dem
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Wie soll man mehrere hundert ausgewachsene Obstbäume umziehen? Mitsamt dem Boden? Und wohin? Selbst, wenn diese Probleme gelöst werden könnten, bräuchte der Umzug mindestens zehn, eher 15 Jahre. Zeit, die die Forscher nicht bekommen sollen, wenn es nach den Käufern geht. Die wollen nächstes Jahr anfangen zu bauen.