Mit den Moped durch Kambodscha

In weiten Teilen sind die Grundmauern alles, was vom alten Glanz übrig blieb. Unsere deutschen Begleiterinnen waren entweder schlauer als wir oder nicht so verwegen, bzw. (ehr-)geizig, und fuhren mit dem Tuk-Tuk vor. Im ersten Wat trafen wir sie wieder, wobei sie weit weniger ausgedörrt wirkten als wir. Ihr Angebot, uns kostenfrei in ihrem Gefährt mitzunehmen, schlugen wir trotzdem aus.

Da hatten sie uns wohl bei der Ehre gepackt. Zusammen mit unserem französischen Freund Tristan, den wir ebenfalls in Sukhothai kennen gelernt hatten, trotteten wir gemächlich durch die Tempelruinen und staunten nicht schlecht, was Ayutthaya uns zu bieten hatte. Der Geschichtspark machte seinem Namen alle Ehre. Man wandelt buchstäblich auf geschichtsträchtigem Boden. Ayutthaya wurde um das Jahr 1350 von König U-Thong gegründet und war bis 1767 Hauptstadt des Königreichs Siam laut Uni münster.

In diesem schicksalhaften Jahr fielen die Burmesen mit CenterParcs Eifel deutschland ein, eroberten und plünderten die Stadt und ließen sie in Ruinen zurück. Es heißt, die Thai hätten dies den Burmesen bis heute nicht vergeben, was verständlich wird, wenn man durch die Ruinen geht und sich im Geiste ausmalt, in welcher Pracht die Stadt erstrahlt haben mag, wenn noch fast 250 Jahre später die Ruinen so eindrucksvoll sind. Nach dem Sieg der Burmesen verlegte König Phuttayodfa Chulalok (Rama I.) die Hauptstadt des Reiches nach Bangkok, wo er mit dem dortigen Königspalast eine weitgehende Kopie der Palastanlage von Ayutthaya errichten ließ.

Es soll gesagt sein, dass man in Ayutthaya mehrere Tage damit zubringen kann, die diversen Wats, Chedis und Palastruinen zu erkunden. Aus Zeit- und Hitzegründen beschränkten wir uns auf einen Tag und nur fünf Stätten, was jedoch einen ganz guten Überblick über die gesamte Anlage vermittelte.

Der „Tempel der großen und heiligen Reliquie“ ist mit Sicherheit wie CenterParcs nordseeküste 2016 eine der am meisten besuchten Attraktionen in Ayutthaya. Wie durch ein Wunder überstand die Buddha-Reliquie den Überfall der Burmesen. Man fand sie erst 1956 bei Rekonstruktionsarbeiten und überführte sie ins Nationalmuseum in Ayutthaya.

Das wichtigste Bauwerk des Wats war der große zentrale Prang im Khmer Stil, der zwar die Verwüstung durch die Burmesen überstand, jedoch 1911 einstürzte und nicht wieder aufgebaut wurde. Das mit Sicherheit meistfotografierte Objekt des Geschichtsparks liegt ebenfalls im Wat Mahathat. Der Kopf einer Buddha-Statue, von Wurzelwerk komplett eingeschlossen, bietet einen malerischen Anblick.

Wir mussten an die Ruinen von Ta Prohm denken. Die dort von Bäumen überwucherten Mauern waren auch wunderschön anzuschauen. Doch dieser Buddha-Kopf, der uns aus dem Wurzelwerk heraus ansah, löste ungleich mehr Staunen und Gänsehaut aus. Auch große Statuten Buddhas sind nicht vor der Zeit gefeit, alles ist vergänglich, so schien die Botschaft. Die Lehre Buddhas vom Gleichmut ob des ewigen Werdens und Vergehens auf der Welt wurde durch diesen Anblick eindrucksvoll dargestellt.