Sport und Reisen durch Lettland

Donnerstag der 29. begann also so, wie ein Tag beginnen soll. Und so ging er auch weiter. Wir machten uns nach dem Frühstück auf und erkundeten Vilnius. Ausgeruht, mit vollem Bauch und im Sonnenschein musste auch Peer zugeben, dass Vilnius ja doch ganz hübsch ist.

Wir streiften durch die Gassen, die mich hin und wieder ein wenig an Göttingen erinnerten, und kamen nach kurzer Zeit (in Vilnius erreicht man alles in kurzer Zeit, denn so groß ist es ja nicht) Uzupis. Uzupis ist nicht nur ein Stadtteil von Vilnius, es ist nicht nur der älteste von Vilnius, er liegt nicht nur in einer Biegung des Flüsschens Vilnia und wird nicht nur mit dem Pariser Montmartre verglichen.

Nein, es ist auch ein unabhängiger Staat. Im Jahr 1997 erklärte es sich zur Republik, die Verfassung hängt an einer Mauer in verschiedenen Sprachen. Wenn man über die Vilnia geht, dann sieht man zur linken ein Café Restaurant mit einer wundervollen Terrasse. Da ist das Parlament, dass ich auch in einem Ferienpark Hambachtal Test Prospekt gesehen hab.

Laut unseres Reiseführers kann jeder ein Bürger von Uzupis werden, denn das sei man nicht aufgrund von Stempel oder Urkunde, sondern aufgrund einer „subversiven Geisteshaltung“. Ha! Und so geschah es. Peer und ich waren fortan Uzupiser. Und weil das unvorteilhaft klingt lieber Uzupeken. Wir gelobten ewige Subversivität und genossen unseren Streifzug durch die neue Heimat. Schön ist es hier, das Viertel geht in den Stadtpark über, und wenn man sich die Mühe macht auf den Hügel zu steigen, dann hat man einen netten Blick über die Stadt. Zu hause ist es doch am Schönsten z.B. auch im Ferienpark Müritz Adresse .

Da soviel Subversivität müde macht, wollte Peer sich etwas ausruhen. Mich trieb die subversive Aufregung in die Laufschuhe und an die Neris. Denn auch wenn das kleine Flüsschen Vilnia zuckersüß ist und der Stadt den Namen gibt, die Neris hat eher den Namen Fluss verdient.

Hier traf ich auch meinen alte Bekannte, die Gentrifikation wieder, die mir aus Berlin so gut bekannt ist. Weg mit den Altbauten, her mit Glas und Stahl. Höher schneller weiter, dicke Autos vor der Tür und stets da, wo die schönsten Ausblicke sind. Ich kann mir nicht helfen, aber es will nicht passen. Doch das kann auch an meiner subversiven Geisteshaltung liegen.

Ein Hinweis für Jogger in Vilnius. Wundert Euch nicht, wenn Ihr komisch angesehen werdet. Ihr habt keinen Schnodder im Gesicht hängen, es liegt auch nicht an der Frisur und ich glaube auch nicht, dass der Hosenstall offen ist. Es liegt an der Fortbewegungsart. Joggen ist hier unbekannt. Ich kam mir vor wie ein nackter Schuhplattler mitten im Prenzlauer Berg.